Werksbesichtigung Firma Bergschneider

Ausnahmsweise regnet es nicht an diesem Vormittag. Das ist passend, denn Ralph Bombis MdL und mittelstandspolitischer Sprecher der FDP Fraktion im Landtag besucht die Albert Bergschneider GmbH in Ibbenbüren – Uffeln. Ein Außentermin, bei dem Walter Bergschneider den Parteifreunden der FDP vor Ort die Befindlichkeiten eines Umschlag- und Logistikbetriebes erläutern kann. Christophe Lüttmann, Direktkandidat, hat diesen Termin arrangiert.

Die Bergschneider GmbH ist spezialisiert auf den Umschlag mineralischer Schüttgüter. Diese werden per Bahn und Schiff antransportiert und per LKW an die Endkunden geliefert. Etwa 1,2 Mio. Tonnen Gestein durchlaufen die Häfen von Bergschneider jährlich. Es werden ebenfalls noch ca.100.000 Tonnen Anthrazitkohle aus dem Bergwerk Ibbenbüren wasserseitig verladen und an Kunden z. B. in Belgien und Frankreich versandt.

Heiner Althaus, technischer Betriebsleiter, erläutert, dass die Firma sich auf den Wegfall dieses wichtigen Kunden vorbereitet und neues Geschäft im Baustoffhandel, in der Entsorgung/Aufbereitung und Umschlagsspedition akquiriert.

Die Deutsche Bahn ist sowohl Transporteur als auch Kunde. Bahnstrecken müssen laufend saniert werden. Bergschneider übernimmt die ausgebautenbelasteten Materialien, säubert sie in einem Siebverfahren und liefert den reinen Schotter anschließend an den Straßenbau. Ein Kreislauf, der sich seit Jahren bewährt hat.

Der Schleusenwärterstreik, organisiert von ver.di, hat das Unternehmen empfindlich getroffen. Das Nadelöhr Schleuse kann den gesamten Schifffahrtsweg lahm legen. Und dann liegen die Pötte tagelang vor Anker, die Ware kommt nicht an, der Auftrag geht verloren. Ein immenser Verlust, der die Binnenschiffer, die schon von Eis und Hochwasser in diesem Jahr gebeutelt sind, stark trifft.

Neben dem Schleusenwärterstreik muss Bergschneider eine weitere Beeinträchtigung seiner Aktivitäten befürchten. Südlich des Firmengeländes soll zwischen Klärteichen und der „Alten Fahrt“ des Mittellandkanals am Hafenbahnanschluss ein Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen werden. Ein Ausbau des Bahnanschlusses und die Option auf die lt. Stadtentwicklungsplanung vorgesehene Erweiterung gewerblicher Flächen würde damit blockiert. Der Ausbau, über den auch die „Chemie im Grünen“ an die Bundesbahnstrecke angebunden ist, wird spätestens dann nötig, wenn der Bahnhof Esch mit den Kohlezügen zum Kraftwerk komplett belegt sein wird.

„Dann muss hier im Vorbahnhof ein Ganzzug mit 2.000 to Ladung rangiert werden können.“, so B. Grotemeier, Prokurist der A. Bergschneider GmbH „Und dafür brauchen wir die Fläche.“

„Das Industriegebiet ist weitab jeder Wohnsiedlung. Lärmemissionen stören hier niemanden“, so Lüttmann. „Wenn nicht hier, wo soll dann Industrie wachsen können? Wir brauchen die Industrie im Kreis Steinfurt. Durch den Wegzug der Bundeswehr in Rheine und das Ende der Steinkohleförderung in Ibbenbüren, wird die Region ab spätestens 2018 große strukturelle Herausforderungen meistern müssen. Gut zu wissen, dass es einige exzellente Industriezweige gibt.“ Hans-Jürgen Streich, Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag, will sich dafür einsetzen, dass das betreffende Areal nicht zum NSG wird. Bombis fasste zusammen: „Ich nehme viele Anregungen mit nach Düsseldorf. Der Besuch bestärkt mich in der Haltung, dass wir gerade auch für die mittelständische Industrie Zukunftsperspektiven erhalten müssen. Deswegen ist entscheidend, dass wir auch bei Planungsvorhaben und z. B. Umwidmungen vorausschauend agieren, um mögliche Konflikte zu vermeiden und alteingesessenen Betrieben keine Steine in den Weg zu legen. Die Landesregierung wird daher aufgefordert, die Interessen der Wirtschaft wahrzunehmen und ihren Ankündigungen Taten folgen zu lassen.“

Quelle (Text & Foto): Christophe Lüttmann

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