Rettungswege sind heikles Thema

Ilse Berlekamp und ihren Kollegen von der FDP, die mit einem Wahlstand auf dem Oberen Markt standen, ist schon zum zweiten Mal aufgefallen, dass es offenbar Engpässe bei den Rettungswegen in der Innenstadt gibt, erklärt sie. Insbesondere die Anfahrt des dortigen Ärztehauses sei schwierig.

Freitagvormittag, 10.30 Uhr, Bahnhofstraße / Ecke Oberer Markt. Die Sonne scheint, eine Menge Menschen schlendern über den Wochenmarkt – und dann kommt der Rettungswagen. „Und der kam erstens nicht vorwärts und zweitens nachher nicht mehr weg“, sagt Ilse Berlekamp von der FDP in Ibbenbüren.

Ihr und ihren Kollegen, die mit einem Wahlstand auf dem Oberen Markt standen, sei schon zum zweiten Mal aufgefallen, dass es offenbar Engpässe bei den Rettungswegen in der Innenstadt gibt. Insbesondere die Anfahrt des dortigen Ärztehauses sei schwierig.

Als der Rettungswagen mit dem Patienten den Oberen Markt verließ und Richtung Marktstraße fuhr, mussten Klappen der Marktwagen geschlossen werden, Verkaufsgegenstände von der Straße geräumt werden, sagt Ilse Berlekamp. Das habe sehr lange gedauert, sagt sie. „Das ist doch wertvolle Zeit, beispielsweise bei einem Schlaganfall sind die ersten Minuten sehr wertvoll.“

Daher meint sie, dass das Sicherheitskonzept, das für Markttage sicherlich existiere, unbedingt überprüft und eingehalten werden müsse. Das Problem ist bekannt, sagt Karl-Heinz Rolf, Leiter der Feuer- und Rettungswache Ibbenbüren. Auf die Rettungs- und Fluchtwege in der Innenstadt – insbesondere bei Veranstaltungen – habe die Feuerwehr stets ein wachsames Auge. Noch bei der Kirmes sei die Feuerwehr mit einem großen Auto durch die Innenstadt gefahren, um zu sehen, ob Rettungswege frei sind. Auch der Einsatz der Drehleiter war sichergestellt.

Aktuell habe es noch vor einem halben Jahr in der Innenstadt eine Stellprobegegeben. Auslöser war die Situation auf dem Neumarkt. Als Ergebnis sei noch das eine oder andere umgestellt worden. Danach seien die Geschäftsleute informiert worden. „Es ist ein ausgeklügeltes System“, sagt Rolf.

Somit können die Geschäftsleute an Tagen, an denen es keine besonderen Veranstaltungen in der Innenstadt gibt, Markisen ausfahren oder Tische und Stühle aufstellen. Das hat die Stadt in einer Sondernutzungserlaubnis mit jedem Einzelnen geregelt.

An Tagen mit Veranstaltungen wie der „Tollen Knolle“, Flohmarkt oder an Markttagen erlischt die Erlaubnis, erläutert der Pressesprecher der Stadt Ibbenbüren, André Hagel. „Die Geschäftsleute bekommen Anfang des Jahres eine Liste mit solchen Innenstadtveranstaltungen, sodass sie sich darauf einrichten können.“

Im von der FDP angesprochenen Fall, den Karl-Heinz Rolf sehr wohl kennt, hätten die Rettungssanitäter ihr Auto auf dem Kirchplatz gewendet. „An solchen Tagen liegt es in der Natur der Sache, dass man mal eine Minute länger braucht.“ Die Marktleiterin achte aber darauf, dass die Geschäftsleute sich daran halten, die Bestuhlung nicht rauszustellen oder Markisen eingefahren zu lassen. „Der ein oder andere vergisst das aber schon mal“, mutmaßt Rolf. „Wenn sich aber jeder daran hält, haben wir kein Problem. Wir freuen uns über die Innenstadtveranstaltungen.“

Übrigens: Im angesprochenen Fall soll der Stand einer der dort vertretenen Parteien nicht unerheblich zu der Situation beigetragen haben. Der war plötzlich viel größer als die angemeldeten zwei Meter. Die FDP war es übrigens nicht.

Quelle: Sabine Plake (Ibbenbürener Volkszeitung)

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